Niemand.

Wie gerne würde ich mit breiter Brust vor dir stehen. Ein Grinsen im Gesicht. Wie es mir geht? Mir geht es sehr gut. Danke. Ich würde es gerne so meinen. So fühlen. Ehrlich gesagt fühle ich aber nicht viel, das man greifen und beschreiben könnte. Die Augen müde. Das Grinsen hängt an schmerzenden Fäden. Hab mir die Mundwinkel nach oben geklebt. Die Schultern nach hinten getackert. Nur um nicht aufzufallen. Tauche gerne unter – doch momentan würde ich lieber woanders sein. Ohne hell und dunkel. Alles eingefroren. Pausetaste. Gib mir verdammt nochmal eine Pausetaste.

Quer durchs Land für eine Umarmung, die ich dann nicht einmal richtig erwidern kann. Sitze an kleinen Tischen und erzähle von großen Ängsten. Die Worte gleichen einander und die Blicke meiner Freunde tun es ebenso. Leichtes Taumeln ohne Tänzeln. Tip. Tap. Ein Getränk für den traurig schauenden Jungen. Meine Hände formen Linien. Meine Gedanken mehr Unkraut. Alles rausreißen. Verbrennen. Diese ganzen Bilder. Von mir und dem Grau. 

Wird es dunkel, dann rede ich mit dir. Erzähle von meinen Tagen. Wie früher. Einblicke im Tausch gegen Ausblicke. Autobahnbrummen als Soundtrack. Habe lange nicht mehr so viel geweint. Und kann dir nicht sagen wieso. Ich kann es dir nicht sagen. In meiner Brust schlägt etwas. Doch es schlägt für niemanden. Und dieser niemand nimmt ganz schön viel.